Tags: Ausstellung, Berlin, Khmer Reich
Noch 2 Wochen kann man in die göttliche, religöse, symbolträchtige, paradiesische Welt des Khmer Empires eintauchen. Die Angkor Ausstellung im Martin-Grophius-Bau, startete am 5.Mai und endet am 29.Juli 2007.
Auch wenn der Hochsommer in den letzten Tagen wieder so richtig eingeschlagen hat und der Schweiss in Bächen den Körper hinabrinnt und man nach einem See lächtzt, erscheint vielleicht ein Museumsbesuch nicht sehr ideal. Ich meine, das Gefühl vom tropischen Monsunklima in Kambodscha, ist nun leichter nachempfindbar und läßt sich wunderbar, mit dem kühlen, mit Geschichte und Kunst vollgepacktem, Museum verbinden.
Man hat versucht, mit den Farben Blau, Grün und Gelb (die Rollos haben’s einfach nicht hergeben können, naja) die der buddhistischen Farbenlehre entstammen, den Ausstellungsräumen religiösen und sozialen Kontext zuverleihen und um die sinnliche Erfahrung zu intensivieren.

Die Ausstellung beeindruckt mit über 100 Sandstein,- Bronze- und Holzskulpturen, Portalen, Malerei, Fotografie, und filmischen Dokumentationsmaterial, wo vergangenes und jetziges Leben in Kambodscha Thema ist . Visuell ist alles sehr beeindruckend und wenn man dann noch in den Genuss einer Führung kommt, die sehr lohnt, kann man sich im wahren Sinne des Wortes, vollkommen in der Geschichte von Angkor verlieren, eine Zeit beeindruckender Architektur, Kunst, Geheimnisse und Mythen.
Im Mittelpunkt steht also die Blüte von Angkor, die Zeit vom 9.- 13. Jahrhundert bezeichnend, und zugleich Königsitz des Khmer Reiches. Das weitläufige Khmer Reich umfasste flächenmäßig Kambodscha plus Teile des heutigen Thailands, Laos und Vietnams. König Suryvarman II ließ Angkor Wat 1113-1150 erbauen, und widmete ihn dem Gott Vishnu.

Vishnu ist einer der drei hinduistischen Haubtgötter (auch Trimurti genannnt). Brahma galt als Gott der Schöpfung, Vishnu als Gott der Erhaltung in der Vergangenheit, dem Jetzt und der Zukunft, und Shiva als Gott der Zerstörung und Veränderung.
Die Tempelanlagen von Angkor gelten als die größte sakrale Stätte der Welt und waren bis zum späteren 19. Jahrhundert geschützt und verschlossenen durch die überwältigende Hand des dichten Dschungels. Wie man sich vorstellen kann, haben die Entdeckung und die Restaurierung dieser religiösen und faszinierenden Tempelanlage, sowie der Tourismus sowohl gute als auch schlechte Auswirkungen auf diesen Weltschatz.

Falls man nicht bis an dieses Ende der Welt reisen kann, um sich inmitten dieser Steinpracht und den wuchtigen Verwurzelungen der Bäume wiederzufinden, ist die Austellung ein gelungenes Portrait dieses Ganzen. Josefine und Christian sind die zwei, die diese wunderbaren Foto’s auf ihrer Reise gemacht haben (toll, danke), aber eben nur zwei, der fast 1 millionen Menschen, die jährlich durch Angkor per Rad oder zu Fuß auf Entdeckung gehen. Um das Bild und die Erfahrung zu vervollkommnen, jagten die beiden den Geschichten und der Sonne nach und fanden am Ende alles.


einen Kommentar schreiben