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plakate in berlin - und was sie aussagen

An vielen Stellen springen sie ins Auge, unsere Stadt wird förmlich damit zugemüllt: Plakate an allen Ecken und Enden buhlen um die Aufmerksamkeit der Vorbeigehenden. Sollen die Analog-Verfechter ruhig sagen was sie wollen: Hier hat man auch ohne Smartphone eine gehörige Portion Reizüberflutung. Konzertveranstalter wollen, dass wir ihre Events besuchen, der WFF fordert zum Spenden auf, im Kiez macht ein neues Fitnessstudio auf: Alles wird mit einem Plakat kundgetan. Dem aufmerksamen Beobachter fällt aber auf: Es gibt auch Nuancen innerhalb der Bilderflut. Wir wagen die These: Das Plakat trennt die Spreu vom Weizen, in Kneipe, Café und Club.

Plakate in den Kneipen

In den einschlägigen Szenekneipen gibt es viel zu sehen: Außer illustren Gästen und faszinierender Innenreinrichtung fallen den Besuchern immer wieder Werbetafeln auf. Die Gastronomen vermieten einen Platz in ihrem Etablissement an Werbetreibende. Dabei reicht hier die Vielfalt hier von kommerziellen Plakaten bis hin zu politischen Botschaften. Der Einsatz dieser Mittel zeigt einiges: Einige Gaststätten verdienen sich mit den Plakaten etwas Geld. Je nach Beliebtheit und Lage können einige Groschen für die Vermietung der Werbefläche zusammenkommen. Andere Lokale positionieren sich in verschiedenen Fragen: Aufrufe zur Nachbarschaftshilfe, Unterstützung eines lokalen Vereins oder ähnliche Botschaften stärken die Identität der Kneipe und ihrer Besitzer. Es kommt mitunter vor, dass der Wirt den Klapprahmen bei Alu-Prospektständer nicht gekauft hat, um Werbeeinnahmen zu generieren. Das bleibt natürlich den Kunden nicht verborgen.

Plakate in Cafés

Teilweise überschneiden sich Café- und Barbetrieb in ein und demselben Lokal. Wenn man sich in ein dezidiertes Café mit Plüschsesseln und hausgemachten Kuchen begibt, ist jedoch auch hier zu beobachten: Je schöner der Laden, desto weniger kommerzielle Plakate sind zu sehen. Die findet man dann doch eher auf den Toiletten von Coffeeshops, in denen alle Besucher auf einen Laptop starren – oder in der Mensa der Uni.

Plakate im Nachtleben

Auch in den Tanzschuppen unserer Stadt kann man den verschiedenen Einsatz von Werbeplakaten beobachten. Gerade in den bei Touristen beliebten Clubs, deren Türpolitik nicht sehr streng ist, finden sich häufiger Plakate zu allen möglichen Themen (erstaunlich oft auch Werbung für Deutschkurse). Die durchgestylten Technoclubs der Hauptstadt verzichten auf die Einnahmen durch Vermietung von Werbeflächen auf den Toiletten. Ihre Konzepte sehen es nicht vor, das Tanzvergnügen durch Werbebotschaften beeinträchtigen zu lassen. Die Gäste sind dankbar für hochklassige DJs und stilvolles Interieur – müssen dafür jedoch das Risiko eingehen, an der Tür abgewiesen zu werden.

Abbildung: #163023736 | ©saquizeta – fotolia.com

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